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Schmerzklinik ist nach § 40 SGB V von allen gesetzlichen Krankenkassen als Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig (OPS 8-918).
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SCHAMBEINSCHMERZEN
chronische Schmerzen im Schambein

Schambeinschmerzen können durch verschiedene Störungen / Krankheiten verursacht werden. Die häufigsten sind:

  1. Grazilis-Syndrom
  2. Ostitis pubis (Osteitis pubis) (= Schambeinentzündung bzw. En tzündung des Schambein knochens)
  3. Symphysen-Syndrom (auch die sog. Symphysitis)
  4. Periostitis pubis (Knochenhautentzündung am Schambein)

Zu den Einzelnen Krankheitsbildern

  1. Das Grazilissyndrom wird auch als Pierson Syndrom bezeichnet. Es handelt sich um einen meist sportbedingten Überlastungsschaden der Adduktorensehnen (= Sehnen von Muskeln, die der Heranführen eines Körperteils an die Körper- bzw. Gliedmaße nachse dienen) (insbes. Muscu lus gracil is) im Sinne einer Isertionstendopathie (Enthesopathie) (= Störung im Bereich der Sehne nansätze) mit örtlicher Osteonekrose (= umschriebener Untergang von Knochen gewebe infolge örtlicher Stoffwechselstörung) des Schambein s.
    Ausstrahlende Schmerzen in das Obturatorius-Gebiet
    (= innerer Oberschenkel) bei Beanspruchung der Adduktoren (= Muskeln, die der Heranführen eines Körperteils an die Körper- bzw. Gliedmaßen achse dienen) und Druckschmerz am Gr azilisursprung kennzeichnen das Sch merzbild.
    Im Röntgenbild sieht man häufig eine Arrosion
    (= "wie angenagt") am unteren Rand der Symphyse (= Verbindung zweier Knoc hen durch Faserknorpel, hier der Schambeine) mit Sklerosesaum (= krankhafte Gewebeverhärtung).
    Therapie bei diesen
    Schambeinschmerzen:
    Hilfreich sind im Rahmen der therapeutischen Lokalanästhesie
    (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) wiederholte (möglichst engmaschig) Infiltrationen der Sehnenansätze am Os pubis (= Schambein) mit z.B. 10 ml Bupivacain 0,25 - 0,5% (= ein lang wirkendes örtliches Betäubungsmittel). Vorteilhaft ist, wenn jeder 3. oder 4. Injektion ein Kortikoid zugesetzt wird (z.B. 25 - 50 mg Solu-Decortin H). Bei den Infiltrationen ist (analog zur Epicondylitis) darauf zu achten, daß das Periost (= Knochenhaut) nicht mit der Nadelspitze verletzt wird, da sich sonst zusätzlich eine hartnäckige Periostitis (= Knochenhautentzündung) herausbilden kann. Bei sehr schlanken Patienten ist manchmal eine Iontophorese (= Einbringen eines Medikaments über die Haut mittels elektrischem Strom) (z.B. mit Diclofenac) lohnend.
    Zusätzlich kann eine Magnetfeldtherapie (pulsierende Signaltherapie) versucht werden.
     
  2. Bei der Osti tis pu bis (= En tzündung des Schambein knochens), auch als Ostei tis pu bis bezeichnet, sind die Schmerzen lokal (= örtlich) begrenzt, während beim sog.
     
  3. Symphysensyndrom die Schambeinschmerzen in den Oberschenkel, eventuell sogar bis in den Unterschenkel und Fuß ausstrahlen können und dann von einer pseudoradikulären Symptomatik (= Krankheitszeichen bei einer scheinbaren Störung der Nervenwurzel, z.B. durch eine Nervenwurzelkompression) kaum zu unterscheiden sind. Ausgangspunkt für hartnäckige Beschwerden ist die Sy mphyse (= Verbindung zweier Knoc hen durch Faserknorpel, hier der Schambeine), die dann meist druckschmerzhaft ist. Nicht selten liegt eine Entzündung vor (eine sog. Symphysitis pubis bzw. Symphysitis pubica)
     
  4. Bei der Periostitis pubis ist die Knochenhaut entzündet, was ebenfalls zu anhaltenden, heftigen Schmerzen führen kann. Öfters besteht eine deutliche Seitendominanz, da eine Knochenhautentzündung in diesem Bereich nicht automatisch die mittlere Symphyse ngrenze überspringt und dann beide Schambein e betrifft.
    Ursächlich sind hauptsächlich Prellungen, gar nicht so selten auch im Rahmen eines (heftigen) Geschlechtverkehrs.

Die Therapie dieser Schambeinschmerzen (2+3+4) besteht in großzügigen, wiederholten Bupivacain-Infiltrationen im Schambein - bzw. Symphysenbereich. Darüber hinaus kann die Magnetfeldtherapie (pulsierende Signaltherapie) versucht werden.
In seltenen Fällen sind die ausstrahlenden Schmerzen im Rahmen des Symphysensyndroms damit nicht beherrschbar, so daß dann als nächst höhere Therapiestufe die kontinuierliche epidurale Blockade mit Katheter in Frage kommt.
Ist nur ein Schambein (links oder rechts der Symphyse), so kann auch eine gleichseitige kontinuierliche Blockade* des Plexus lumbalis mittels. N. femoralis-Katheter über 10-14 Tage durchgeführt werden.

Die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) führt neben der gewünschten Unterbrechung der Schmerzreizleitung zu einer örtlichen Sympathikolyse (= Weitstellung der Blutgefäße und dadurch erhebliche Verbesserung der Durchblutung), die u.a. jeder entzündlicher Schmerzursache kausal (= ursächlich, auf die Ursache gerichtet) entgegenwirkt. Da auch die sog. lang wirkenden Lokalanästhetika nach etwa 4-5 Stunden abgebaut und damit unwirksam werden, müssen die Injektionen (= Einspritzungen) möglichst engmaschig wiederholt werden, so. z. B. zwei mal täglich, auch an Wochenenden, was aber nur im Rahmen einer stationären Schmerztherapie realisierbar ist. Optimal ist diese spezielle Schmerztherapie bei Anwendung der Kathetertechnik* (= vorübergehend eingepflanzter, dünner Kunststoffschlauch).

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird vorübergehend (2-3 Wochen) ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muss also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung der Lokalanästhetika durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung auch das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen.

Laut den Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit haben seit dem 1.4.2007 alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Quelle: Web-Seite der Bundesregierung und Brief des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen. Zu diesem Wahlrecht gibt es mittlerweile auch einUrteil des hessischen Landessozialgerichts (Az.: L 1 KR 2/05): Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen.

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Aktualisiert: >14.11..2008</> kusb&

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